Butzel hat Angst

„Nich Kita, Kita Angscht!“

So oder ähnlich startete unser neues Kitajahr mit dem Butzel.

„Hause gehen? Mama Arm! Mama hier sitzen.“

Oh man, so was macht es mir echt schwer den kleinen Mann morgens in der Kita abzugeben. Aber ich habe auch nur begrenzt Zeit mich mit dieser „Angscht“ auseinander zu setzen, weder Zug, noch Arbeitgeber warten auf mich, weil mein Sohn länger kuscheln will.

Wir hatten so eine ähnliche Sache schon mal nach den Sommerferien.
Dort hatten wir zwei Wochen Zeit nur für uns als Familie. Also 24/7 Aufmerksamkeit und vor allem viel Nähe.
Der Wiedereinstieg in den Alltag und die Kitazeiten war wirklich schwierig. Lange dachten wir, es wäre einfach „nur“ die Umstellung von der Babygruppe zu den Grossen. Ein neuer Raum, neue Erzieher und natürlich viel mehr und lautere Kinder. Das klassische vom Grossen der Babys zum Kleinsten der Grossen eben. Heute sehe ich das etwas anders.
Für den Butzel ist es schwierig umzuschalten. Ich verstehe das, nach den Ferien habe sogar ich Probleme wieder in den Schulalltag zu finden, warum sollte das meinem Zweijährigen leichter fallen?

Auch jetzt ist mir klar, Weihnachten mit seinen neuen Eindrücken, den vielen verschiedenen Orten, Menschen, Geschenken und Reisen war wohl einfach etwas zu viel. Der Wechsel von „jeder spielt mit mir“ zu „aufstehen, Kita wartet“ ist wohl noch nicht ganz verdaut.

Angst ist hier die letzten Tage öfters ein Thema gewesen. Bei „Eule mit der Beule“ müssen wir den Bär weg machen wegen Angst. Der Laut bellende Hund hat Angst, das im Koffer lebende Krokodil darf man nicht angucken…

Leider kann aktuell nicht mal die Lieblingserzieherin helfen. Heisst, all die normalen Tricks und Ideen werden gerade neu überdacht.
Hatte der Papa die letzten Wochen einen sehr schweren Stand („Nee, Papa nicht!“ *hau* *wegfuchtel*) so hat sich das nun 180 Grad gedreht. Beim Einschlafen schreckt er hoch und schaut ob Papa noch da ist, möchte nicht allein sein. Papa beschützt, liesst Bücher und wir im grossen Bett zu Tode gekuschelt.
Der Butzel ist auch sonst enorm anhänglich, hält nun gerne Händchen, kuschelt und will gestreichelt werden. Das ist zwar niedlich aber braucht auf die Dauer viel Energie von allen Familienmitgliedern. Ich hoffe nur, wir haben das bald durchgestanden. Damit der Butzel wieder als Erster in die Kita rennen kann und ich nur noch gucken muss, dass ich ihm irgendwie noch tschüss sagen kann, bevor er mich weg winkt.

Advertisements

Naaain, Butzel laine! #Kleinkind

Der November begann mit einem Feiertag für den Butzel, aber nicht für uns. Also bot sich die Gotta an, hier mal einen Tag einzuspringen. Ein wenig nervös starteten wir in den Tag, doch der Butzel winkte mir ein total entspanntes „düss“ zu, und schaute weiter mit Daudio Bücher an. Bis zu diesem Moment war mir nicht einmal bewusst, dass er wusste, wie Gottas bessere Hälfte hies o.Ô Aber ich war offensichtlich auf Arbeit entlassen. Spoiler: alles lief super gut, sie kamen noch ein zweites Mal sitten :p

Ausserdem liessen wir uns im November mal wieder beim Kinderarzt blicken. Dachten wir nach viel „auaua“ erst an einen entzündeten Fingernagel, entpuppte sich das Ganze als Splitter, der aufgestochen und verarztet werden musste. Finger sind ja beim Butzel die liebste Baustelle.

Mehr denn je ist der Butzel in seiner „naaaain ich!“ Phase. Er will alles machen. Also selber. Alleine! Wirklich alles. Neuerdings gibt es zum Frühstück Brot mit Butter und Marmelade. Es dauert auch nur ca 45 Minuten, da sowohl Butter streichen, Marmelade fischen und Brot schneiden von einem nicht mal zweijährigen mit einem stumpfen Kindermesser durchgeführt wird. Alleine.
Zu unserem Alltag gehört nun auch der „Kreisch-will-nicht-am-Boden-trampel“-Move. Zu Hause in der Minuten bevor wir nun aber wirklich los müssen, nicht vor, sondern in der Kita-Tür (so dass nur niemand vorbei kann!) oder im Gang des überfüllten Pendlerbusses. Der Butzel hat den Move. Seufz.

Liebstes Spielzeug ist momentan die Briobahn, der Playmobilzug und sein Krümel Baby.
Dem Baby wird vorgelesen, es bekam eine eigene Trinkflasche, gestrickte Babyschuhe und nicht nur eine, sondern gleich zwei warme Wintermützen für die kalten Tage hier. Bei den Büchern sind weiterhin Fahrzeuge ganz weit vorn, aber auch das Bilderbuch über die Familie (das wir am Anfang für die Kitaeingewöhnung bastelten) ist wieder beliebt wie nie zuvor. Hier finden sich nun Gotta, Daudio, Luh, Oma, Opa, Ahna, Nene, Aui, Oloh, Bimm, Oli und natürlich Mama, Papa und Butzel.

Draussen werden Hügel bestiegen und Steine erklommen, Pfützen geplatscht und Blätter gesammelt. Balancieren, rennen und schnell im Kreis drehen ist auch sehr lustig, alles was höher als ein Bordstein ist, eignet sich ausserdem hervorragend zum runterspringen.
Überhaupt wechselt sein Verhalten von schüchtern zu waghalsig und leichtsinnig. So klebt er in der einen Minuten an meinem Bein und lässt mich keinen Schritt gehen, nur um in der nächsten Minuten seinen Tripptrapp von hinten zu erklimmen, allein versteht sich.

Ende November haben wir uns um die Weihnachtsdeko gekümmert und damit dem Butzel eine Aufgabe gegeben. Er darf nun immer am Morgen und am Abend die Lichterketten am Fenster ein/aus schalten. Dabei strahlt er mit den Lichtern um die Wette, läuft ein oder zwei mal durch die Lichterkette und freut sich an seinen kleinen Lampen. Herrlich.

Als neusten Tick sitzt er nun gerne auf unserem Stubentisch. Ja genau, nicht AN unserem Tisch sondern AUF unserem Tisch. Dort tut er nichts spezielles, er isst eine Mandarine, schaut einen Mausclip oder guckt ein Buch an. Aber eben oben drauf.

So viel zum November 🙂

Mama, Miau dunne! 😱 #Kleinkind

Mein kleiner Räuber wird gross

Er steigt selber in den Kinderstuhl (und wieder raus!!!), möchte beim Kochen die Kochlöffel haben oder seinen Kakao alleine rühren. Mein Räuber kann die Hose nun selber ausziehen, warnt uns bei pipi und weiss, dass die Tiere kaki machen.
Er kämpft mit dem Touchscreen vom Ipad um genau den einen Clip vom blauen Elefanten zu sehen, den er schauen will. Das Eichhorn im Tiptoi-Buch wird immer wieder an und aus geschaltet und allen Kuscheltieren wird die Nase geputzt.
Schlagen wir den Weg zur Tankstelle ein, düst er los, schreit „Eis! Eis! Eis!“ und wartet darauf, dass wir doch bitte endlich (Endlich, maaaaan) ankommen. Man merkt, dass es ein heisser Sommer war, in dem wir diesen Weg oft gemeinsam gingen. 😀

Spracherwerb, my ass!

Gefühlt kommt jeden Tag ein neues Wort dazu an dem er sich probiert. Das macht es uns nicht immer einfach, da wir oft raten müssen, was er denn nun gerade ausprobiert. Diese Woche war so vom Klang her das „ch“ vs „s“ sein Versuchsobjekt. Milch, Fisch, nicht, mich. Aber auch „nass“ (bei jedem Essen o.Ô), warm oder heiss. Den Dialekt hört man immer stärker, so haben wir nicht nur „dinne“ sondern auch „Dunne“ (unten), Boum (Baum). Ansonsten gibt es nun eine Maus, Tut-Tut (Zug), muh statt wie bisher duuuh, fertig und brumm (Traktor). Ausserdem nennt er nicht nut bekannte Personen beim Namen, sondern erkennt auch Leute auf Fotos (Oma, Opa, Olo) und benennt Kinder aus der Kita (Sophia, Julian, Oli, Ela, …) Erschreckend, das Alles! Morgen geht er dann schon zur Schule, oder was?

Und nicht so toll?

Wir hatten in den letzten Tagen wieder einmal das Vergnügen mit den Rettungssanitätern. Das Gute: Wir waren nur im Spital, weil der hiesiger Notfall-Pädiater nur bis 23 Uhr Dienst hatte. Das Schlechte: Schon wieder ein Pseudo-Krupp, der dann leider auch noch durch das Medikament nicht besser wurde.
Fazit ist, dass die Medis neu eingestellt wurden, wir wieder mehr über Pseudo-Krupp wissen und unseren Butzel besser einschätzen können.

Grossartige Zeiten

Mein kleiner quirliger Butzel hatte heute einen seiner seltenen Kuscheltage. Wie sehr ich es geniesse, wenn er sich an meinen Hals kuschelt und mir über die Haare streichelt. Oder wenn er sich auf dem Sofa neben mich setzt und einfach 10 Minuten leise vor sich hin singt, bevor er sich anlehnt und mit den Füssen unter meine Decke möchte.
Gemeinsam beschiessen wir dann den Papa mit kleinen „Pfeilen“(?) aus einer total dämlichen Spielfigur, aber er zerreisst sich dabei fast vor lachen.

Ansonsten ist hier nämlich so viel Energie drin, die könnten wir in Falschen abfüllen! Da wird gerannt, gehüpft, ganz konzentriert in Pfützen gehüpft oder Steine sortiert. Ach ja, Blätterrascheln ist gerade auch ganz, ganz toll. Mein kleiner Löwe brüllt jetzt nämlich immer „waaaaaaaah“ und rennt auf irgendwas zu. Tiere sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unseres Entertainmentprogramms. Da werden täglich die Katze (Miiiiau), der Hund (wuwu), das Schaf (määäh) und der Löwe (waaaah) umsortiert, gefüttert, getragen oder durch die Wohnung gescheucht.

Der Butzel quatscht uns die Ohren ab. Den traurigen Blick übt er auch schon, ganz schlimm in Verbindung mit so einer vorgeschobenen Babyschnute. Grosse Kulleraugen machen und dann „Alle, alle?“ sagen. Zum wegschmeissen niedlich.
Bei Personen haben wir: Mama, Papa, Oma, Opa, Ahna, Nene, Lu
Tiergeräusche: Katze, Schaf, Löwe, Hund, Pferd, Esel, Ziege, Enten, Hase, Eule, Vogel, Frosch
Sonst: Auto, dinne, Nini (trinken), da, alle alle, die, der da, hiahiaho, Kita, oh oh, Eis, huhuhu (kalt) … und viele Kuddelmuddelwörter, die wir noch nicht zuordnen konnten ^^

Heute nutzten wir die warme Sonne im Oktober für ein Picknick am See. Sobald alle Snacks restlos verputzt waren, zog sich der kleine Mann immer wieder die Parkbänke hoch, wie an einer Reckstange. Hoch, loslaufen, runter. Hoch, loslaufen, runter… es war toll meine beiden Männer mal wieder so entspannt und ohne Zeitdruck miteinander zu sehen.  Hier ein Blatt aufheben, dort zurück zu einem Stock, huckepack zur nächsten Wiese und wild im Kreis drehen bis der Kleinste nicht mehr geradeaus laufen kann. Alles kein Problem, wenn man Urlaub, Wetter und Zeit hat. (Übrigens liest der Freund gerade das „gewünschteste Wunschkind“, sehr spannend sich da direkt in der Situation austauschen zu können!)

Wir haben viel erlebt und tolle Zeiten gehabt. Besuchten Omas und Ahnas, sahen neue Hunde, schliefen viel, verbrachten Zeit im Zoo, frühstückten bei Uromas, spielten mit dem Onkel, übernachteten das erste Mal ohne Eltern, gönnten uns eine kleine Auszeit, reisten viele Kilometer und sahen Old McDonalds Farm. Grossartige Zeiten hier.

Ne, Mama ist heute nicht da

Nächten Monat übernachtet der Butzel das erste Mal ohne uns auswärts. Schon vor einem Jahr haben wir den gemeinsamen Abend für uns Eltern geplant und freuen uns darauf. Allerdings kommt auch immer wieder so ein leises Stimmchen, das sich fragt, ob es nicht zu früh ist und überhaupt „ach, mein kleiner Liebling!“

Dabei kann für uns Eltern die Schlafsituation ausgehen wie sie will. Es steht unmittelbar darauf eine längere Autofahrt an… Schlief er bei den Grosseltern also gut, rechnen wir mit seiner regulären Schlafenszeit. Schlief er schlecht und war bis elf am rumtoben oder gar ab fünf schon wach, dann sollte er „theoretisch“* auf der Fahrt länger schlafen, weil müde.

Nunja. Trotz aller Freude und diesen Schlafüberlegungen, habe ich immer so mütterliche Horrorvorstellungen vor Augen. In denen mein Kind sich in den Schlaf weint und nicht versteht, warum Mama und Papa ihn denn jetzt alleine lassen. In denen die Grosseltern zwar nur das Beste wollen, aber gemeinsames Einschlafen vor dem lauten Fernseher statt erprobtes Schlafritual, find ich nur semi toll. Vorstellungen in denen er wahlweise wie ein Kaugummi an mir klebt, weil er uns vermisste oder mit keinem Wank zeigt, dass was anders war und uns ignoriert/bei Ahna bleiben will. Ich weiss nicht was davon mich mehr mitnehmen würde 😀

Aber „wenn“ und „hätte“ und „sollte“ bringen uns nicht weiter. Wir müssen es einfach mal probieren, vielleicht läuft ja alles toll und wir können öfter mal einen Mama-Papa Abend machen! Immerhin weiss ich, dass sein Tag bei den Grosseltern toll wird. Katze, Rutsche, Schubladen und alles was man machen kann, werden ihn gut beschäftigen.
Als nächstes ist dann nämlich die Gotta dran mit babysitten. Zwar erst mal nur tagsüber aber trotzdem, so richtig mit Windeln wechseln und Mittagsschlaf!

Hach was ist das gerade alles spannend ^^

 

 

*theoretisch und Kinder…man kennt das ja, es ist nie wie erwartet -.-

Wieder ein Monat mehr #Kleinkind

Heute wirst du 20 Monate alt, also bald schon ein richtig Grosser, schliesslich rückt der 2. Geburtstag immer näher. Du kannst jetzt folgendes neu sagen:

  • duhduh = muhmuh (Kuh)
  • Mäh = Schaf
  • Ihihiiiiiiiiiii = Hahn
  • ihah = Esel
  • chrchr = Schwein
  • Wuwu = Hund
  • bäääh *wedelnde Handbewegung* = Fliege ^^
  • brumbrum = Traktor
  • Tut tut = Motorrad
  • Nana = Ahna (Oma FL)
  • Oa = Oma :p
  • Gego = Gregor
  • Lolo = Olo
  • dinne = drinne
  • abe =runter
  • … tatsächlich bin ich überrascht, wie viel von dem was der Kleine von sich gibt, erst im Schweizerischen Kontext richtig klingt.

Du schaust am Abend mit uns Sandmännchen und an besonders anstrengenden Tagen die Sendung mit dem Elefanten. Beim Kikanichen tanzt du dabei gerne vor der Couch rum.

Du übst fleissig rückwärts gehen und Bälle werfen. Überhaupt ist werfen gerade ein Thema, das wir mit dir anschauen, weil du irgendwie alles werfen würdest, was dir in die Finger kommt. Im Sand schippst du Eimer voll und drehst sie auch voller Erwartung wieder um.

Neuerdings malst du gerne. Mindestens einmal täglich kommst du mit der grossen Malunterlage angetorkelt oder hüpfst vorm Regal mit deinen Stiften rum (weit oben, aus Gründen!)

Duplo und Lego macht gerade eine Pause, dafür sortierst du deine Autos gerne in eine grosse Stau-Schlange und schleppst Schaf mit Katze durch die Gegend.

Neu probieren wir dich auf die Toilette zu setzen. Dort gefällt es dir auch wirklich gut, am liebsten sitzt du dort mit grossem Publikum und einem Buch. Nur leider zeigst du immer erst an, wenn es bereits passiert ist, aber wir bleiben am Ball!

Ganz niedlich sind deine Küsschen, bei denen du mich entweder mit gespitztem Mund verfolgst oder Handküsse verschickst. Ansonsten hast du Spass am Winken. Abends vor dem ind BEtt gehen winkst du Papa, im Bus winkst du fremden morgenmuffligen Leuten, im Supermarkt der Kassiererin. Es ist nur schade, wie wenig Leute zurück winken, dabei freust du dich doch bei jeder Reaktion wie ein Schneekönig.

Am Wochenende konnten wir auf grossen Strohballen rumtollen. Springen, werfen, kichern und toben. Man konnte richtig sehen, wie dein Augen strahlten.

Zum Einschlafen zeigst du jetzt von dir aus auf dein Bettchen, wenn dir das Kuscheln auf dem Arm reicht. dann streckst du deine kleine Hand durch die Gitter und wartest ab, dass man dir die Hand gibt. So rutschst und krabbelst du im Bett herum, bis du die perfekte Position gefunden hast und einfach einschläfst. Manchmal in den verrücktesten Posen! Die grosse Herausforderung ist es dann, seine Hand wieder zu befreien. 

Kleiner Butzel, wir haben den zweiten Pseudokrupp-Anfall hinter uns gebracht. In der Nacht von meinem ersten Arbeitstag, hilst du uns auf Trabb. Was für eine Panik.  Ansonsten schläfst du gerade die meisten Nächte in deinem Bettchen, wofür wir sehr dankbar sind. Nur, dass du im Schlaf manchmal „nein nein, nein!“ rufst oder kurz aufjaulst, ist noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Es ist wahnsinnig spannend. Jeden Tag entdeckst du etwas Neues oder lernst etwas dazu.  Mal bist du auf Krawall gebürstet und mal ein Zuckerwatte kuscheliges Männlein. Auch wenn ich nicht immer die Geduld habe, die ich gerne hätte, freue ich mich doch auf jeden einzelnen Tag mit dir ❤

Grüsse aus dem Urlaub

Einen Tag vor dem Urlaub ging ich los, um uns einen Test-Onbu zu besorgen. Ja, ich weiss, sehr früh und durch dacht, aber was soll ich sagen….es hat funktioniert!

Genau am Abfahrtstag kränkelte der kleine Herr.  Fieber, viel schlafen, nur auf den Arm. Da wir gerade eh ein Checkup beim Arzt hatten kamen wir auf „kleiner Sommerschnupfen und vielleicht bereiten sich die Zähne vor“. Nunja, mit der Diagnose ging es keinem von uns besser aber wir beschlossen unsere Urlaubspläne durchzuziehen. Zähne haben, kann man auch im Urlaub.

Die ersten Tage waren regnerisch und kalt. Störte uns aber noch nicht so enorm, da wir erst mal ankommen und geniessen wollten, grosse Touren und Ausflüge standen noch nicht auf dem Programm. In kürzester Zeit hat sich trotzdem so richtig viel verändert:

Der Butzel rutscht jetzt nicht nur bei jeder Gelegenheit, sondern läuft die Rutsche auch von unten hoch. Ansonsten werden Dinge sortiert, egal ob grosse Spielbagger oder kleine Kieselchen, irgendwas findet man immer.
Das Hotel hat einen Bobbycar und Cart Parcours, so dass wir zwei mal am Tag entspannt auf der Seitenbegrenzung sitzen und dem Butzel beim flitzen zugucken. Heute wurde er dann mutig und setzte sich das erste Mal auf ein Cart mit Pedalen. Etwas verwirrt schob er es erst wie gewohnt mit den Füssen an, liess sich dann aber gerne zeigen, was man denn mit den komischen Dingern machen soll. Aber leider sind die Cart viel zu gross für ihn, da werden wir wohl noch etwas beim Bobby bleiben ^^

Die Wasserrutsche im Schwimmbad hat es ihm besonders angetan, so dass wir 90% unserer Zeit im 10cm tiefen Babybecken verbringen. Gegen die mitgebrachten Schwimmflügel, die er aus dem Schwimmkurs kennt und liebt, wurden empört verweigert. Lautstark.
An Tag 3 hatte sich das allerdings komplett gelegt. Da schwamm er kichernd und begeistert paddelnd neben mir her. Kletterte aus dem Becken, lief am Rand rum, sprang ( an der Hand) wieder rein und verfolgte seinen kleinen Ball. Gemeinsam baden wurde schnell zu einer meiner Lieblingsaktivitäten am Tag.

Er spielt nun aktiv mit so einer Babyapp. Die hatte ich mir in einer Verzweiflungstat weisser Voraussicht, auf das Pad geladen, dort kann man auf einer Klaviertastatur Tiergeräusche oder Autogeräusche machen. Hat er das am Anfang noch verständnislos angestarrt, spielt er nun selbstständig damit und hat sich auch das erste mal an so einem „fang dich Früchte“-Spiel versucht. (Wild auf den Bildschirm hämmernd :p )
Die Magnettafel (so eine wo man drüber Wischt und alles wieder weg ist) wurde auch wieder interessant. Manchmal sitzt er einfach so da und malt vor sich hin bis er uns sieht. Dann kommt er und will „Audo!“, da malen wir dann zusammen.

Auf dem Weg in unser Zimmer gab es eine Kinderwagen-Rampe, die er mit Karacho nahm und auch gerne 3-4-5 mal hoch und runter lief. Wenn er dann mal oben angekommen war, schauten wir uns die einzelnen Zimmertüren vor uns genau an, denn jedes Zimmer hatte eine Holztafel mit einem aufgemalten Tier. So kamen wir an Enten, Füchsen, Eulen, Igeln, Pferden, Wölfen und Wildkatzen vorbei. Das Highlight war jedoch das Kuh-Zimmer. Hier musste die Kuh dann (je nach Stimmung) auch mal gestreichelt, angestarrt oder geklopft werden. Dann ging es weiter. Das Tolle war, dass er mit den Tieren ganz genau unsere Zimmertür wiederfinden konnte, auch wenn er mal mit dem Schlüssel vorauslief.

Ganz toll ist unten das Spielzimmer. Riesig grosse Legosteine zum Turmbauen und so Schaumstoff Bausteine zum reinspringen und aufeinanderstapeln, sind dort. Aber wehe, man stellt den Legoturm nicht exakt dorthin, wo er sein soll, oder stapelt einen Stein mehr drauf, oder hat mit der falschen Farbe angefangen, oder …. aber sonst (!) voll harmonisch und lustig.

Innerhalb von einem Abendessen entwickelten wir uns von „Trinkflasche“ zu „Henkeltasse“ zu „mein Becher“ nun sitzt er da in seinem Kinderstuhl, hält ernsthaft mit beiden Händen seinen Becher umklammert und trinkt, als hätte er es nie anders gemacht. (Ausser man bewegt ihn in genau diesem Moment, dann schüttet er sich alles aufs Tshirt – für euch getestet).
Neuerdings mag unser Sohn Suppe. Noch nie habe ich Suppe gemacht, weil ich immer dachte, das wird doch nichts, mag er eh nicht.  HA! Mittags und Abends muss nun eine Suppe her und er löffelt gefühlt stundenlang darin rum, dippt Brot und interessiert sich für jedes noch so kleine Gemüsestück. Klar geht auch rund die Hälfte daneben, aber er ist so begeistert, dass ich das verschmerzen kann.
Ach und Speck! So kross gebratenen Frühstücksspeck, den putzt er einfach weg. Immer wieder gut für eine Überraschung so ein Urlaub!

Ausserdem schläft er nicht mehr im Gitterbettchen. Hier im Hotelzimmer gibt es ein Doppelstockbett (wie gebucht) und überraschenderweise auch noch ein Gitterbettchen dazu. Weder der Butzel noch wir kamen auf die Idee ihn in das Gitterbett zu legen und so schlief er von Anfang an im Grossen Doppelstockbett. DAs hat so einen Rand zum hochklappen und eignet sich so für uns hervorragend zum spielen, toben und schlafen.

Im Hotelzimmer stapelten wir entweder bunte Becher aufeinander oder der Butzel stiefelte in den Schuhen vom Papa durch den Raum. Immer nur zwei Schritte, da der Unterschied von 22 zu 46 schon spürbar ist, aber er hatte riesen Spass daran.

Zwischen drin waren wir wandern und nutzen dabei mal wieder Tragetuch, Luemai und den geborgten Onbu. Schnell war der etwas nörgelige Junge wieder ein tiefenentspannter Tragling und liess sich von uns einen klitzekleinen Teil der Welt zeigen. Den Berg hoch, einen Sessellift bestaunen, zum kleinen Stausee, die Pferdekoppel, kleine Babyfröschlein und immer wieder Autos, Autos, Autos. Die Tage waren schön, angefüllt aber nicht anstrengend, so wie Urlaub sein muss!