Schaukeln und Gaukeln

Da bin ich wohl noch etwas schuldig. Das Pfingst-Update fehlte und wurde schmerzlich vermisst!

Pfingsten ist bei uns immer volles Programm. Es beginnt damit, dass ich gefühlt eine Millionen Dinge in unseren Koffer quetsche und der Liebste eben Jene dann ins Auto puzzelt. „Vollbepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen,…“ öhem, ja also da geht es dann jedenfalls los in die Heimatstadt. Einen Zwischenstop gibt es bei der Freund-Mama und hier versuchen wir den Butzel möglichst müde zu spielen, damit er auch ja gut und tief schläft, schliesslich fahren wir um drei in der Nacht schon weiter und wollen möglichst viel Strecke ohne ningelndes, weinendes Baby auf dem Rücksitz schaffen. Spoiler: besagtes Baby wollte davon gar nichts wissen und war früher denn je wach.

Jedenfalls befiel mich kurz vorher noch die Bastelwut und so musste das Jet-Pack für den Butzel unterwegs noch zu Ende trocknen, aber es war dabei!Bildschirmfoto 2018-06-12 um 21.31.12

Den ersten Tag verbrachten wir ganz entspannt. Der Kleine konnte in Ruhe sein Umfeld erkunden und sich wieder mit Oma und Opa vertraut machen. Gerade hat er sich ein bisschen schwierig mit Allem, was neu ist.
Im Flur schmissen wir Flaschen um, lernten, dass es eine Stufe vor der Stube gibt und gingen auf den Spielplatz. Schaukeln, rutschen, Buddeln, Katze streicheln, alles schrecklich aufregend und ganz ganz spannend.

Der Samstag begann wie zu erwarten in der neuen Umgebung früh, zu früh. Aber gut, nach einem ausgiebigen Frühstück und Hübschmachen gings ab zur Sbahn und dann erst mal den Rest der Familie treffen. Uroma hatte gleich 1-2-3 Kipplaster im Schlepptau, so dass wir uns schnell einigten noch ein Schlissfach zu mieten, eh es weiterging. Dem Butzel gefiel die ganze Aufmerksamkeit gar nicht. Auf der Bank sitzen, alle wollen das man redet, lacht, etwas sagt, selber isst und eigentlich doch mal läuft. Auch reihum auf den Arm genommen zu werden, war ihm nicht so geheuer und er verlegte sich schnell darauf in der Eisdiele den Kellnern zwischen die Füsse zu rennen. Als dann klar wurde, dass es nicht mehr weitergeht, spachtelten wir schnell das letzte Eis, verabschiedeten uns und sofort fiel der kleine Mann in der Trage in tiefen Schlaf.

Danach hatten wir noch viel Spass auf dem #wgt und erkundeten, das erste Mal mit Kind, das #heidnischeDorf. Hier gab es klebrige Mango für den Nachwuchs, Kartoffelringe für die Grossen und leckere Fassbrause für die Autofahrer. Wir erkundeten neue Stände, kauften ein kleines Holzschwert und verglichen die Buden mit denen der letzten Jahre. Am Abend genoss der Butzel eine Musikstunde mit seiner Tante und hatte riesen Spass am Klavier.

Am Sonntag waren alle spürbar lockerer, man hatte sich aufeinander eingegroovt. So liessen wir den Nachwuchs mit gutem Gewissen bei den Grosseltern Mittagschlaf machen und genossen den Tag ohne ihn auf dem WGT. Während wir uns mit Handbrot vollstopften, Feuerschalen kauften, Fotos diskutierten, Musik hörten und viel leckeren Wein bei der #Gärung tranken, besuchte der andere Teil der Familie Hühner, Schafe und Kühe. Endlich war auch beim Butzel das Eis gebrochen und er hatte sichtbar Spass an dem Oma-Opa-Tag gehabt. Sogar beim Opa war grosse Liebe und so kicherten die beiden noch den ganzen Abend vor sich hin. Da wurden Flaschenöffner ausgeleert, an Biergläsern gerochen, Quatsch gemacht und gehämmert wie ein Grosser.
Bei der Oma gab es viele Blümchen zu bestaunen und sie war die Königin der Giesskanne! Ausserdem kann sie so doll kitzeln, Frechheit!

Am Abend wurde dann auch schon wieder gepackt und schwupps, schneller als Gedacht waren wir wieder daheim. Ein paar Erinnerungen reicher und mit dem Vorsatz nächstes Jahr wieder zu kommen.

Advertisements

Bildertag #12von12

Jaja, 12von12 vergesse ich meistens bis es fast zu spät ist. Aber auch heute wieder eine kleine Auswahl von Bilder aus unserem Tag!

IMG_4436

(4/12) Zuerst drehte sich bei uns alles ums Essen. Der Liebste machte mich mit seinem Auswärtsfrühstück etwas neidisch. Am Abend musste der Kleinste von uns schon etwas Vor-Abendessen weil er soooo hunger hatte. Also gab es Hühnchen und Kartoffeln im Schnellverfahren. Das eigentliche Essen war Pizza *-* Man sieht noch den Kläglichen Rest einer Pizzabrotrolle…Pizz abro Trolle …Pizzab rot rolle… Pizza Brot Rolle

IMG_4437

(9/12) Heute kam ein Zalandopäckchen, der Butzel hat nämlich eindeutig nicht genug Sommersachen, damit hatte ich mich noch nicht befasst. Mal gucken was bleiben darf. Vor dem Fenster sieht man das momantan typische Balkonchaos. Ja das Zelt blieb auch bei Regen und Gewitter draussen und leistete den Autos dort Gesellschaft. Autos sind hier im Alltag eh nicht wegzudenken und zu düst der Butzel vorm Schlafengehen weiterhin hingebungsvoll ein paar Runden durch die Wohnung. Dann wird gemeinsam Sandmännchen geguckt. Das Männchen mag er, den Knetzauberer vom Dienstag eher weniger.

Kipplaster und Tierbücher

Das plapperst du momentan oft vor dich hin:

  • Mama
  • Dato – Auto
  • Dahze – Katze
  • Mehma – Trinken (keine Ahnung warum)

Du magst gerade:

  • Tierbücher. Egal ob sie Geräusche machen oder wir die Geräusche für dich spielen. Du zeigst ganz bestimmt auf ein Tier oder einen Gegenstand, der benannt werden soll. Auch 10x wenn es sein muss.
  • Fahrzeuge aller Art. Fahrräder ziehen dich magisch an, aber das Spannendste sind immer noch die Baustellenfahrzeuge. Bagger, Mischer, Kipplaster…alles was fährt, bewegt und Lärm macht.
  • Putzen. Erst war der Staubsauger den Favorit, mit dem konntest du dich locker 20 Minuten selbst beschäftigen, seit du allerdings weisst wie er an/aus geht und wo der Kabelknopf ist, machen wir das nicht mehr so gerne. In der Kita hast du einen Wischmopp für dich entdeckt, mit dem du es liebst in der Küche rumzuschrubben.
  • Ist es warm bist du Fan von Wasser und Giesskannen. Herrlich dieses Gematsche!
  • Diese kleinen Rüttelautos, in die man Geld werfen muss damit sie blinken und hupen, sind ein ganz grosser Renner! Längere Stadttouren plane ich nur noch über möglichst viele, strategisch gut stehende Rüttelautos.
  • Süsse Sachen mit Sahne oder leckere Sommerfrüchte, mehr bräuchte es deiner Meinung nach wohl nicht geben. Oh, und Kartoffeln.
  • Rutschen!
  • Bob der Baumeister ^^

Wir hatten einen längeren Aufenthalt in der Kinderstation. Wir haben das erste Mal einen Rettungswagen rufen müssen und zu zweiten Mal in der Notaufnahme gestanden. Pseudokrupp, hiess der Übeltäter. Die darunter liegende Infektion machte alles komplizierter, so dass wir uns nicht so frei auf der Kinderstation bewegen durften, wie wir gerne wollten. Dass du dazu noch ein leuchtendes, blinkendes Licht am Fuss hattest, machte dich ganz verrückt. Die Hälfte der Wutanfälle führe ich darauf zurück, dass ich immer und immer wieder verbieten musste, das Zeug vom Fuss zu fummeln. Und dabei lief es sich damit echt doof, schliesslich hingst du so quasi „an der Leine“!

Den neuen Spielplatz bei der Ahna findest du grundsätzlich gut, allerdings bist du immer noch etwas skeptisch was das Konzept „nasser Sand“ angeht. Auch barfuss im Gras kommt für dich nicht in Frage. Mit Schuhe, kein Problem, aber bitte nicht mit diesem pieksigen Zeug an deinen Füssen! Da trippelst du lieber auf der letzten Fliesse der Terrasse rum bis man dir rüber hilft.

Du bist ein neugieriger kleiner Räuber. Keine Ecke, kein Regal oder Hocker ist vor dir sicher. In jeder Schublade findest du etwas und hinter jede Tür musst du schauen.

Der erste Zoo-Besuch war ein voller Erfolg. Giraffen, Elefanten, Pinguine sind ganz spannend. Allerdings kann nichts gegen die Ziegen anstinken, die man verfolgen und anfassen kann. Mit gesundem Abstand und einer Portion Respekt stiefelst du durch das Streichelgehege. Super süss!

Teil 2 mit unserem spannenden Pfingst-Wochenende folgt in Kürze.

Na hier, Laufling und so! #Kleinkind

Zwanzig Tage ist der letzte Eintrag her. Das sind fast drei Wochen und da ging natürlich wieder einiges! Es ist schon erstaunlich in welchem Affenzahn die Kleinen sich entwickeln. In nur 3 Tagen sind wir schon bei 16 Monaten. Ha!

Ja, die Sache mit dem Laufling ist keine Frage mehr. Dienstag nach Ostern begann er zu laufen und hat nicht wieder aufgehört. Stolz strahlte er bei jedem Schritt und kicherte, wenn er auf den Hosenboden plumpste. Nun rennt er, stapft auch mal laut oder läuft einfach nur zielstrebig – Krabbeln ist total abgeschrieben.

Wir haben die ersten Schuhe gekauft. Pepino mit einer wichen Sohle waren mir am sympathischsten. Der Butzel liebt seine Schuhe! Will man ihn frühs in die Kita bringen muss man nur auf die Schuhe zeigen und schon kommt er mit ihnen angewackelt und setzt sich hin. Um so schwerer ist es aber auch sie ihm wieder abzunehmen, wenn wir rein gehen :p

Gekostet hat er Chili und Ananas/Kokos Smoothi. Bei den Flaschen haben wir nun von den Silikonsaugern auf einen Sportverschluss gewechselt. Dabei sind wir Mam immer noch treu, da hier einfach selten etwas auslaufen kann. Tzaziki mag er auch, Knoblauchbrot gar nicht. Die Gabel in seiner Hand wird immer interessanter, aber mit den Fingern geht es einfach schneller.

Seit wir Schuhe haben, kann er jetzt auch draussen Bobby Car fahren und wir sitzen gemeinsam auf Spielplätzen rum.
Alles was Räder hat ist gerade unglaublich spannend. Jedes klitzekleine Auto, jedes grosse Sandkastenfahrzeug, die Autos in der Tiefgarage und (ganz besonders!) die Bagger vor der Kita!

Obwohl er nun so schön läuft, haben wir auch wieder vermehrt getragen. So eine kleine Kuschelpause im Alltag tut ihm immer noch gut. Besonders am Abend, wenn er beim Kochen zuschauen möchte, ist der Sling noch dabei. Aber auch bei grösseren Ausflügen wo mich der Wagen behindert (Mittelalterfest) oder ich zu faul bin ihn einzupacken (Zoo).

Die „Ich wachse“-App hat uns vor dem 10. Sprung gewarnt in dem  er nun anscheinend steckt. Da wir aber mittlerweile bei fast 16 (wir kämpfen mit der letzen Ecke!) Zähnen sind, lässt sich die Grenze zu einem Sprung nur schwer ziehen. Er plappert viel, möchte jedes Bild in seinem Buch benannt haben und ist auf eine unglaublich knuffige Art penetrant neugierig. Kein Sofa, kein Versteck, kein Abstelltisch oder Blumentopf ist mehr vor ihm sicher.

Neuerdings schleppt der kleine Mann seine Kuschelkatze wieder viel durch die Gegend. Letzte Woche landete diese dann beim Papa im Rucksack und begleitete ihn den ganzen Tag auf diversen Meetings und Sitzungen.
Die Katze durfte am Wochenende auch mit auf den Balkon. Hier verausgabte sich der Butzel mit unserer Giesskanne und schüttete fleissig Wasser von einem Gefäss ins nächste. Dabei wurde er so nass, dass wir kurzerhand anbadeten. Am Sonntag wiederholten wir das dann mit der Babywanne auf dem Balkon und einer Menge Wasser in der Giesskanne. Selten war er glücklicher ^^
Überhaupt hat er den Balkon für sich entdeckt. Wusse er letzte Woche noch nicht, wie er die Schwelle nach draussen alleine schaffen sollte, nimmt er nun sogar das Puky mit raus. Draussen ist alles spannend!
Wasser, Sand, Heu, Tiere, Essen und viel Platz zum rumdüsen. Das scheint so unser Erfolgsrezept für einen schönen Tag zu sein.

Zähne, Katzen und Schuhe #Kleinkind

Ostern kam und mit ihm auch des 15 Monatesbaby. Yeah!
Zu Ostern waren wir eine Grossfamilie. Wir drei, die Schwiegerfamilie und die Deutschlandfamilie. Zehn Leute, die rum wuselten, das Baby beguckten, Spass hatten, sich im Regen langweilten, viel assen und spazieren gingen.

Es war ja klar, dass mein Butzel nach Ostern nicht nur Datze (Katze, das Dauerbrennthema!!) sondern auch Lade (Schokolade) in Endlosschleife brabbelt, fordert, lacht oder erklärt. Gerne in Kombination mit einem ausgestreckten Zeigefinger und einer leicht herrischen Bewegung. „Schau dort, die Katze ist am Fenster! Los jetzt , bring mich hin!“ Die Katze der Schwiegerfamilie ist ein grosser Pluspunkt im ewigen Beschäftigungskreislauf, weil er ihr stundenlang zugucken oder sie am Fenster anklopfen kann. Wenn man das Ding doch nur kuscheln dürfte!!!
Auf die Schokolade hätten wir auch selber kommen können, waren doch genug Schokoeier versteckt. Logisch, dass er anfing ein paar davon zu pellen und dann wahlweise Alupapier oder eben matschig geschmolzene Schokolade in einen Mund stopfte.

Was das Beerchen bis jetzt vor sich hin murmelt: Ohoh, Nane (Banane), Mama, Datze (Katze), dötte (dort in Dialekt), Lade (Schokolade),
– so unter uns: „Ohoh“ ist mein Liebling 😀 Ich könnte mich wegschmeissen, wenn er total zusammenhangslos mit ernstem Gesicht vor mir steht, eine Fussel zwischen spitzen Fingern hält und „Ohoh“ sagt.

Beim Essen verschmäht er gerade alles was Gemüse ist. Besonders Möhren sind seiner Aufmerksamkeit nicht würdig und er sortiert sie entschlossen bis auf den letzten Fitzel von seinem Teller runter. Ein Newcomer ist Hüttenkäse, den gab es mal in der Kita und ist wohl sehr beliebt. Geblieben sind Müsli, rote Beete, Grillwürste, Käsekuchen, Knöpfle mit Apfelmus, Früchte aller Art und Quetschis. Ausserdem Mehl, Lippenbalsam, Erdnüsse und Chiliwurst.
Nicht so toll sind Erdbeeren, evtl. hatten wir hier eine allergische Reaktion, wir behalten das im Auge.

Als hätte es meinen letzten Eintrag nicht gegeben, beschloss das Erdbeerchen nach Ostern dann doch mal ein paar Schritte zu wagen.  So lief es heute im Flur dem Papa hinterher, als der ankündigte ins Bad zu gehen. Auf mein überraschtes Rufen hin öffnete er wieder die Tür und so schauten sich zwei verdutzte aber freudig überraschte Männer meiner Familie an. Der Butzel nutzte die Chance und krabbelte zurück zu seiner Startposition im Flur, nur um erneut los zu stapfen als der Papa die Tür schloss (in der Hoffnung jetzt doch auf Klo zu können). Mama ruft begeistert, Papa seufzt und öffnet die Tür, Baby freut sich und krabbelt zurück. Papa schliesst die Tür, Babay torkelt los, Mama kichert hysterisch, Papa öffnet die Badtür…. to be continued.

Ansonsten sortieren wir immer noch viel. Zum Beispiel einzelne Spaghetti in eine Box, oder Schlüsselringe in eine Schüssel. Ein ganz Wilder ist er beim Treppensteigen. Da wir bei uns keine Treppen haben, frage ich mich immer woher er das kann. Er düst die Treppe alleine hoch – runter hüpft er am liebsten an den Händen, indem er sich mit den Füssen auf die Kante stellt und dann hopst. Auf dem Spielplatz traut er sich jetzt in das Bällebad und sitzt dort schon fast meditativ beim Bälle sortieren (sooooo viele ^^).
Rutschen sind auch ein tolles Ding. Egal ob auf dem Spielplatz, aus Metall, Plastik oder Holz…rutschen mag das Männlein sehr.

Einen schönen Abend gab es mit der Gotta. Hier konnte die Holzküche bespielt werden und endlich war mal wieder jemand begeistert vom Bobbycar. Hach! Übrigens brachte der Osterhase gefärbte Eier und Erdbeeren für die Kinderküche. Langsam ist er besser ausgerüstet als ich :p

Das Erdbeerchen mag auch Schuhe. Er bringt uns unsere Turnschuhe, Hausschuhe oder auch mal Gummistiefel und möchte dann auch sehen, dass wir sie bitte anziehen. Im Gegenzug hat er wohl gerne Schuhe an, also so richtige. Seit das Wetter nämlich gut genug ist um draussen Bobby Car fahren zu können suchen wir die optimalen „Lauflernschuhe“, dann mit den weichen, stoffigen Tragestiefeln kann er nicht fahren.

Die Nächte sind wieder dürftig aber  Thema „Zähne2 ist bei uns immer noch nciht abgehakt. Es ist zum Mäuse melken, da kommt aber auch immer ein Neuer! Noch während die Backenzähne uns in der Mangel hatten, startete schon der erste Eckzahn. Von der Sorte haben wir jetzt 2,5 geschafft. Die Hoffnung ist immer noch, dass er mit 18 Monate sein kleines Haifischgebiss fertig hat und endlich mit den Strapazen durch ist.

fullsizeoutput_4640

Wie, kein Laufling?!

„Aha, “ sagte die Ärztin missmutig, „der läuft also immer noch nicht? Sie wissen aber schon, dass er mit 15 Monaten da aber ganz schön spät dran ist, oder?“
Verunsicherter Blick auf das putzmuntere Baby, dass sonst wie eine kleine Rakete durch den Raum düst, sich jetzt aber trotzig hinterm Stuhl versteckt und jeden Versuch ihn hinzustellen, kreischend boykottiert. 
„Also wenn sich da nichts tut müssen wir ihn abklären lassen“, kommentiert sie sein Verhalten mit einem vielsagenden Blick zu mir. „Sie müssen das verstehen, immerhin ist er schon 15 Monate!“

Mit einem Ruck aufgewacht. Heutiger (Alb-)Traum ende.
Jaaaaaa, ich weiss man soll Kinder untereinander nicht vergleichen. Aber mein Unterbewusstsein sieht das anscheinend anders. Der kleine Butzel kann so viel:

  • fährt Bobbycar wie ein Grosser, überwindet jede Hürde und klettert furchtlos über Sofa, Stühle und Möbel.
  • Bei den Zähnen habe ich aufgehört zu zählen, nach den vier Backenzähnen kommt gleich im Anschluss ein oberer Eckzahn und der untere steht schon in den Startlöchern.
  • er plappert und singt vor sich hin
  • schaut Bilderbücher an, sortiert alles was ihm in die Finger kommt
  • ist eine Frohnatur und dickköpfig wie kaum jemand
  • und ja, … er steht und tapst vor sich hin

Stehen ist kein Problem. Das macht er schon lange und täglich. In der Küche ist er nun immer beim Kochen dabei und steht in seinem Lernturm, während er alles mit grossen neugierigen Augen beobachtet. Der Butzel kann auch alleine aus der Hocke aufstehen, also ohne sich irgendwo festzuhalten. Und wenn er ganz gut drauf ist (oder gerade nicht daran denkt) läuft er einfach los und setzt sich dann erst nach vier Schritten wieder auf den Hosenboden. „Der läuft bald alleine“, „Er macht immer mehr Fortschritte, das kann nicht mehr lange dauern“, „Warte nur ab, morgen läuft er zu dir“…das und vieles mehr höre ich immer wieder von Freunden oder seinen Betreuern, das ist toll und würde mich auch voll motivieren – wenn wir das nun nicht schon seit drei Monaten hören würden. Es ist bereits so weit, dass ich ihm einfach nur Bequemlichkeit vorgeworfen habe, schliesslich ist krabbeln einfacher und mit dem Bobby car geht alles viel schneller als das mühselige Laufen!

Dabei weiss ich doch genau, dass jedes Kind seinen eigenen Zeitplan hat. Dass sich jedes so entwickelt wie es will und die einen halt früher laufen, dafür die anderen schneller wachsen oder früher Zähne haben, einen Entwicklungsschub schaffen oder sonst was tun. Muss mir keiner sagen.
Trotzdem schaute ich nicht schlecht, als das befreundete Spitalbaby mit 13 Monaten frei lief – der war doch jünger als unser Butzel. Wir dachten sowieso immer, dass er laufen würde bevor er 12 Monate ist, sind wir Eltern doch auch, sicher hätten gerade wir keinen „Spätentwickler“. Als der kleine gleichaltrige Butzelfreund aus der Kita mir dann beim Abholen immer entgegenlief, schaute ich mein Kind ganz genau an. „Hier hast du ein Vorbild, schau dir das ab, so läuft man, vielleicht hat dir das gefehlt?“, das ist nun drei Monate her. Den Butzel interessiert es nicht ob sein kleiner Kollege läuft, krabbelt oder fliegt, Hauptsache er ist da. Als nun auch die viel kleineren Babys (gerade 11-12 Monate) in der Kita anfingen zu laufen, gab es meinem Unterbewusstsein wohl den Rest. Meiner ist doch schon 15 Monate, fünfzehn(!!) warum geht das nicht? Als einer der grössten in der Gruppe, ist er einer der letzten auf dem Boden.

Bis zu 16 Monate kann dieser Entwicklungsschritt zum Laufen brauchen, das ist nicht ungewöhnlich, lese ich in vielen Ratgebern oder Büchern. „Läuft er denn schon?“, ist die erste Frage, die Bekannte im Gespräch immer stellen. Und dann diese ungläubigen oder mitleidigen Blicke, als würde man das Kind nicht genug fördern oder müsse sich rechtfertigen. Niemand fragt ob er schon alleine isst, versucht beim Anziehen zu helfen, Abends Zähne putzt, aus einem Strohhalm trinken kann, Deckel aufschraubt oder genau weiss, wie die Sachen für sein Frühstück zu stehen haben.
Mein Traum-Kraussel dreht sich und überrascht mich mit meinen eigenen, unsinnigen Befürchtungen. Dabei geniesse ich die Krabbelzeit doch eigentlich noch. Überhaupt „Spätentwickler“ was für ein kack Wort. Mein Butzel ist doch bitte gut so wie er ist. Soll er doch laufen wann es ihm gefällt. Muss halt so lange das Bobby car mitgeschleppt werden, aber mit dem hängt er alle ab!

Was macht eigentlich so ein 14 Monate Butzel? #Kleinkind

Viel Zeit ist vergangen. Meine Familie wies schon immer öfter und immer weniger subtil, darauf hin, dass der Erdbeerblog vernachlässigt wird. Da ich aber meistens schon bei Twitter erzähle was so läuft, verhänge ich es aber tatsächlich oft hier zu schreiben. Nunja, der kleine Mann ist nun schon 14 Monate alt – bald sind es 15. Aber lest doch selbst:

Bei unserem Zwerglein hat sich aber auch wieder wirklich viel getan. Er klatscht, winkt und bricht in Indianergeheul aus. Er fordert Aufmerksamkeit und das tut er notfalls lautstark. Beim Papa, indem er mit Figuren auf den Tisch klopft, bis der sich Zeit nimmt. Bei Mama, indem er immer mehr Plüschtiere anbringt und Bücher aufstapelt, bis man keine Hände mehr frei hat.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Stunden in denen er sich ruhig und konzentriert mit Kleinigkeiten beschäftigen kann. Dabei plappert er vor sich hin, sortiert Kaffeekapseln von einem in den anderen Becher, stapelt Bauklötzchen oder schaut Bücher an.

Motorisch sind wir ein Stück weiter. Der Butzel steht nun alleine auf, ohne sich abzustützen und geht wieder in die Hocke um Dinge zu betrachten. Die ersten freien Schritte ist er auch gelaufen, allerdings nur zu Mama. Muhahah. Ansonsten läuft er prima an der Hand, je nach Tagesform auch nur an einem Finger, aber sicher an beiden Händen gibt er so richtig Gas!
Gas gibt er auch auf dem Bobbycar, nun lenkt er auch bewusster und nimmt so die Kurven viel rasenter. Trotzdem stemmt er das kleine rote Auto noch oft mit dem Beinen nach oben um es dann wieder runterknallen zu lassen. Wie so ein verrücktes Ami-Auto in einem Actionfilm ^^

Zuhause haben wir jetzt einen Lernturm. Am Anfang noch sehr skeptisch, klettert er nun wie ein flinkes Äffchen nach oben, sobald er sieht, dass etwas in der Küche passiert. Egal was. Auch wenn man nur eine Verpackung aufschneidet.
Sofa, Schaukelstuhl und Gitterbettchen stellen nun kein Hindernis mehr dar. Ich freue mich besonders, dass er jeden Weg abwärts mit dem Hintern voran meistert.

Frühstück muss sein! Sobald die Augen offen sind, dirigiert der Arm in die Küche. Der erste Halt ist bei der Obstschale, dort braucht man eine Banane (und niemand will sehen was passiert, wenn die Banane nicht dort ist!), diese Banane muss dann auf ein Brettchen und geschnitten werden. Nein, abbeissen möchte er momentan gerade nicht mehr. Die geschnittene Banane muss dann auf den Esstisch und das Kind, am liebsten noch im Schlafanzug, in den Tripptrapp. Dazu eine Hand voll Müsli und fertig ist das zufriedene Baby.

Zeitweise hat er übrigens herrlich durchgeschlafen. Eine ganze Woche hatten wir glaub den Luxus von einem eigenen Bett und störungsfreien Nächten. Tief im Inneren glaube ich ja, dass Babys das machen damit wir Eltern nicht völlig durchdrehen. Ein paar Nächste gutes Benehmen und Erholung für die Erwachsenen, dann schläft es sich wieder viel entspannter im Familienbett. Das ist doch Taktik…

Der kleine Schatz war allerdings auch krank. So richtig, mit fast 40 Grad Fieber. Er war einfach nur platt, schläfrig und sehr ningelig. Immer wenn wir denken, die Zähen sind durch das muss was anderes sein, entdecken wir eine neue weisse Stelle. Warum sind Backenzähne aber auch so gross! Da freut man sich über die durchgebrochene Spitze und vergisst ganz, dass es ja noch  3 weitere pro Zahn gibt. Echt fies!
Vor einigen Tagen liessen wir auch wieder die Butzelhand untersuchen. Dort hatten wir eine kleine offene Stelle entdeckt und nach drei Wochen ohne  Besserung einen Termin mit unserem Kinderchirurgen ausgemacht. Entwarnung, nichts schlimmes, kein Infekt. Aber pflegen, desinfizieren, cremen…Alles was der kleine Mann nicht mag.

Besuch bei der Gotta stand an. Nach anfänglichen, fieberbedingten Schüchternheiten taute unser Männlein auf. Besonders spannend ist der Gotta Partner, mit dem kann man Verstecke spielen und Kekse naschen. Herrlich so ein Babyleben.

Die Gotta war ganz begeistert, weil das Männlein, wenn er will, so ein pflegeleichter Esser ist. Die angebotenen Älplermagronen waren schnell weggefuttert und das dazugehörige Apfelmus inhalierte er quasi.
Neuerdings versucht er sich immer wieder an PET Flaschen. Die mit Sportverschluss sind kein Problem, die mit offenem Hals sind aber noch nicht so einfach. Da gibt es ein herrliches Video in dem er sich mehrmals, irritiert hustend, das Wasser in den Ausschnitt giesst. Aber er gibt nicht auf und versucht es bis die Flasche leer ist.

Vor Kurzem hat er ausserdem einen Nucki gefunden. Ja, bei uns zuhause. Wir hatten ein paar angeschafft und geschenkt bekommen, als er noch ganz frisch war, aber diese nie gebraucht. Jedenfalls ploppen die jetzt immer mal in seinen Mund, werden benuckelt und verschwinden dann wieder. Aber hach, niemand hat mir gesagt wie klein und schnuckelig die Babys mit Nuckel aussehen!! ❤